Sommersonne – Kapitel 11 – Was für ein Abend

Der Abend sollte für beide etwas Besonderes werden. So hatte es sich jedenfalls Flo gedacht. Die Hände waren ganz schwitzig, als seine Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Er hatte nun, so dachte er, vollständig mit seiner alten Freundin abgeschlossen. Nun konnte er sich voll und ganz Anne widmen. Gegen halb 7 stand er vor ihrer Haustür und drückte tief auf den Klingelknopf. Eine vertraute Stimme kam durch den Lautsprecher: „Flo bist du es?“ – „Jep ich bin’s.“ – „Ich bin sofort unten.“ Eine halbe Minute später stand sie vor ihm. Ärmelloses Oberteil, kurzer Rock, oder doch nur ein Gürtel, jedenfalls ein göttlicher Anblick. Ihr Lächeln auf den Lippen rundete die ganze Geschichte noch mehr ab. So einem jungen Fräulein kann einfach kein Mann widerstehen. Beide machten sich auf den Weg in Richtung altes Hafengelände. Dort angekommen kletterte Anne mit Flo’s tätiger Unterstützung über den Absperrungszaun, ehe er sich selber mit beiden Armen darüber schwang. Endlich kam ihm seine sportliche Betätigung zu Hilfe. Das alte Hafengelände fand Flo deshalb so interessant, weil es hier einfach den besten Blick auf die Stadt gab und man konnte einfach mal die Aussicht genießen. Einen doch kleineren, der Küste nachempfundenen, Felsen gab es hier. Beide kletterten an den Kanten ohne große Probleme an dessen Spitze. Oben angekommen bot sich ein wunderbares Bild. Die Sonne stand gerade über den Türmen der Stadt die gerade am untersten Rand der hellen Scheibe kratzten. Flo nahm Anne in den Arm. Auch ihr gefiel die Szenerie. Bei untergehender Sonne einfach mal den Abend genießen. „Du Flo, weißt du was? Du bist das Beste, was mir seit Langem passiert ist.“ Ganz verlegen wandte er den Blick von der von Sonne gefärbten Landschaft ab und schaute in ihre Augen. Sie schien ihre Worte wohl überlegt zu haben. Sie meinte jedes ihrer Worte ernst. So jedenfalls brachten es ihre Augen rüber. Man muss schon verdammt viel von Schauspielerei verstehen um so etwas spielen zu können. Er wusste in diesem Moment nichts mit der Szenerie anzufangen. Sie löste die leichte Anspannung und küsste ihn. Ja es war ein Kuss, aber für sie war es mehr als nur das. Sie legte eine Leidenschaft in diesen Kuss, dass man meinen konnte, dass sie nie wieder etwas anderes machen wollte. Flo erwiderte ihren Kuss. Beide umschlangen sich mit den Armen immer weiter und lagen schließlich übereinander. Es folgte noch ein weiterer Kuss und die Beiden bemerkten gerade noch wie die Sonne hinter einem kleinen Gartenhäuschen am Ende der Stadt den Tag beendete und die Nacht einläutete. Nachdem die Sonne nicht mehr zu sehen war, wurde es merklich kühler. Flo’s Jacke wurde nun von Anne anprobiert und wechselte zumindest für diesen Abend ihren Besitzer. Es war wohl langsam Zeit von hier aufzubrechen. Beide schlenderten noch durch mehrere kleinere Gassen, die ihr Flair von den bunten, kleinen Straßenbeleuchtungen bekamen. Anne wurde nach Hause gebracht und am Hauseingang durfte Flo noch nicht so einfach verschwinden. Anne bat ihn mit zu sich rauf. Beide schliefen bei einem romantischen Film auf der Couch ein.

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