Sommersonne – Kapitel 14 – Frühstück zu zweit

Durch die Rollläden drangen die ersten Sonnenstrahlen des Tages und kitzelten Flo an der Nasenspitze. Ganz langsam nur öffnete er seine Augen und musste sich erstmal orientieren. Nein, seine Couch war das nicht. Dann blickte er neben sich und fand Anne friedlich schlafend. Ein Lächeln umspielte ihre traumhaft roten Lippen. „Na das ist doch mal meine Gelegenheit“, dachte er sich und stieg vorsichtig aus dem Bett. Noch etwas müde, schlürfte er zielgenau in Richtung Küche. „Mensch, hier ist aber auch Alles anders als bei mir.“ Dennoch wollte er ein tolles Frühstück zaubern, denn Anne galt ab sofort sein Herz. Und so zog der Cowboy Richtung Sonnenaufgang um den Bullen zu erlegen, ach Quatsch: Viel mehr zog er los, um ein anständiges Frühstück zu besorgen. Zuerst ging es zum Bäcker. „Kaffeeblick“ ließ ein geschwungener brauner Schriftzug auf einem noch gelblichen Hintergrund verlauten. Auf einem Aufsteller stand geschrieben: „Die besten Brötchen & Baguettes der ganzen Stadt“. „Na das wollen wir doch mal sehen!“, dachte so Flo. Mit zwei goldbraun gebackenen, noch leicht warmen Baguettestangen verließ er den kleinen Bäckerladen. „Nun noch etwas Kaffee und Aufstrich besorgen.“ In einem kleinen Supermarkt am Straßenrand fand er seinen Lieblingskräuteraufstrich. Beim Verlassen des Ladens stolperte er tollpatschig über einen Flechtkorb. „Auch eine Idee“, dachte sich unser Kavalier und packte gleich die zwei Baguettes und den Aufstrich mit hinein. Da die Kaffeebilligdiscounter ja nun an jeder Ecke zu finden sind, war auch der allmorgendliche Wachmacher schnell organisiert. Und so machte er sich auf den Weg zu Anne, mit seinen Gedanken war er jedenfalls schon da. Zehn Minuten später klopfte er an der Tür. Er klopfte noch ein zweites Mal eh sich die schwere Holztür öffnete. Tränenüberströmt, todtraurig und völlig aufgelöst stand Anne vor ihm. „Was ist mit dir los?“, fragte Flo im Hereinkommen und stellte den „Picknickkorb“ im Wohnungsflur auf den Boden. „Ich dachte, du wärst einfach verschwunden. Ich dachte dir hätte diese Nacht genügt und du wärst fort gegangen.“ – „Von dir kann ich nie genug bekommen“, versicherte Flo, der immer noch leicht geschockt wirkte. Nein, so war er wirklich nicht. Immer war er darauf bedacht gewesen seine Freunde fair zu behandeln. Annes Tränen gingen ihm sehr nahe. „Hey Anne“, warf er ein, „wie wärs mit Frühstück im Bett“. Dem konnte sie natürlich Nichts entgegensetzen. Wieder liefen warme Tränen an ihrer Wange herunter. Doch diesmal lächelte sie, sie wirkte plötzlich wieder entspannter. Nach einem scheinbar endlos langen Frühstück, war es Anne die das Schweigen brach. „Lass uns doch noch Etwas mit dem angebrochen Tag anfangen.“ – „Eine gute Idee“, entgegnete Flo. Und als sie die Wohnung verließen war auch die letzte Träne getrocknet und der letzte Kummer verflogen. Draußen wartete schon ein richtig schöner Sommertag, warme Temperaturen und jede Menge Sonnenschein inclusive.

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Sommersonne – Kapitel 13 – Wasserspiele

Ein größeres Festival hatte sich in der Stadt schon vor einigen Wochen angekündigt. Sophia freute sich schon eine halbe Ewigkeit auf diesen Event. Nur was sie noch nicht wusste, Niko hatte hinter ihrem Rücken 2 Karten besorgt.
Er lief den Weg zu ihr und klingelte an ihrer Haustür. „Kommst du runter? Ich hab heut n kleines Attentat auf dich vor.“. 10 Minuten stand sie vor ihm. Das lockige Haar fiel sanft mit dem Wind in ihren Nacken. Mit dem Bus ging es in die Innenstadt, wo eine große Rasenfläche zu einem Konzertareal umfunktioniert wurde. Überall waren Bauzäune. Als Sophia bemerkte, wohin die „Reise“ ging fiel sie Niko um den Hals und gab ihm mit einem langen Kuss zu verstehen, dass er wohl einen blendenden Einfall hatte. Bis zum Beginn der Veranstaltung waren es noch gut 2 Stunden. Sie waren am Einlass mit einer der Ersten. So bekamen sie auch mittig relativ gute Plätze in der dritten Reihe. Bis Konzertbeginn füllte sich das Gelände und man stand nun dicht an dicht. Sophia stellte sich direkt vor Niko. Er schlang seine Arme um sie und so warteten sie auf den Anfang. Mit lautstarkem Beifall wurden die Bands nacheinander auf die Bühne gebeten. Bei den Mitsing-Parts schien die Menge förmlich zu verschmelzen und auch Nikos Arme drückten sich immer fester um Sophia. Doch dann spürte er plötzlich etwas Nasses auf seiner Stirn. Und diesmal war es nicht der Schweiß, der auf Grund der überhöhten Anstrengung entweichen wollte. Der Regen begann. Aber das Konzert ließ sie einfach nicht los und so blieben die Beiden im strömenden Regen stehen.
Nach einer halben Stunde machten die Veranstalter auf Grund des zunehmenden Windes dem Spektakel ein Ende, um die Gerätschaften nicht der zunehmenden Nässe auszusetzen.
So traten auch Niko und Sophia halbwegs zufrieden die Heimreise an. Vollkommen durchnässt halten die beiden ein vorbeifahrendes Taxi an und steigen ein.
„Was nun? Wir sind völlig durchnässt? Was schlägst du vor?“, fragte Sophia. „Ich schlag drauf wir gönnen uns erstmal einen warmen Tee und ne schöne Dusche.“, meinte Niko. Und so bog das Taxi in die nächste Seitenstraße ein und fuhr zu Nikos Wohnung. Dort angekommen bezahlte Niko artig das Fahrgeld und die beiden stiegen die Stufen hinauf zu Wohnung. Kaum fiel die Tür in Schloss, kam die Frage auf, wer denn zuerst unter die Dusche sollte. Niko wollte Sophia den Vortritt lassen aber sie meinte nur: „Warum nicht beide zur gleichen Zeit? Ist doch genug Platz.“ Nach einem warmen, feucht fröhlich Duschvergnügen schliefen beide bei einem warmen Tee ein. War ja auch ein anstrengender Tag.

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Sommersonne – Kapitel 12 – Kaffeepause

Christian war eigentlich viel zu zerknittert, um an diesem Tag aufzustehen. Nur mit größter Anstrengung schaffte er es dennoch bis zur Kaffeemaschine. Er machte für sich gleich 2 Tassen, denn die brauchte er heute einfach. Das Croissant mit Butter drauf schmeckte ihm nicht so gut, wie sonst. Grausame Realität – Er war wieder alleine. Aber das Leben musste trotzdem weiter gehen. Deshalb beschloss er kurzerhand in die Stadt zu fahren. Das Fahrrad, sein bester Freund in solchen Zeiten, brachte ihn ohne Probleme in 15 Minuten bis ins Zentrum. Er schlenderte gemütlich über die belebte Einkaufsmeile. Sein Ziel war der PC-Store in der Nähe des Bahnhofs. Er brauchte wieder eine Beschäftung. Und da war das Basteln und Schrauben am PC die beste Lösung. Nur schaffte er es nicht ganz bis zu dem Laden. Auf halber Strecke sprach ihn ein bildhübsches Mädel an und lächelte ihm zu. „Kennen wir uns?“, fragte Christian halb zerknirscht. „Ich denke bisher noch nicht, du hast mich vielleicht einmal bemerkt.“ – „Vielleicht!?“ – „Ich hab im Krankenhaus schon mal versucht, deine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, aber du warst wohl zu sehr mit dir selbst beschäftigt.“ – „Wohl war.“ Christian musste wieder an Isabell denken und stellte wieder einmal schmerzlich fest, wie sehr er sie vermisste. „Lust auf einen Käffchen?“ riss es ihn wieder aus seinen Gedanken. Christians Gehirnwindungen kamen langsam zum Arbeiten. Da sprach ihn ein hübsches junges Mädchen an und bat ihn eine Tasse Kaffee mit ihr zu trinken. Anderseits hatte er gerade eben am Vortag eine Abfuhr von einem Mädel bekommen und so richtig fehlten ihm noch der Mut und die Stimmung für ein Kaffeekränzchen. Nach noch einem Gedankengang willigte er schließlich ein. Was hatte er denn auch zu verlieren und Kaffee ist im Moment auch nicht die allerschlechteste Lösung. Christian wäre außerdem nicht Christian gewesen, wenn er einer Einladung von so einem hübschen Geschöpf hätte sausen lassen, nur auf Grund von seinem angeknacksten Ego. Sie setzten sich in eine gemütliche Cafeteria. Sie stand auf Stelzen genau über der Einkaufspassage und man hatte von hier einen super Überblick und konnte auch ganz einfach mal Leute beobachten. Beide ließen sich im Außenteil der Anlage in ihre Sitze fallen. „Na dann. Mit wem hab ichs denn jetzt zu tun“; begann Christian das Gespräch. „Nunja in Freundeskreisen nennt man mich schon mal Julia und es soll auch schon mal vorgekommen sein, dass ich anderen mächtig auf die Nerven gehen kann.“ – „Mhh wie du meinen?“ – „Ach weißt du, ich bin halt doch ein bisschen lebhaft und immer auf Achse. Deshalb halt. Manche kommen halt mit meinem Tatendrang weniger zu Recht. Bin halt so was wie ein kleines Energiebündel.“ Klein sollte wohl eine Anspielung auf ihre Körpergröße sein. Das Alter konnte Chris schlecht einschätzen, aber von der Größe könnte der Satz schon passen. Ein Lächeln entwich aus seinen Mundwinkeln. Ganz unschuldig blickte ihn Julia an: „Was ist denn?“ – „Ach nix weiter. Mir gefällt die Vorstellung, dass mir da grad ein lebendes Kraftwerk gegenübersitzt.“ Auch sie ließ sich zu einem breiten Grinsen hinreißen. „Ja ich glaub Kraftwerk trifft es voll und ganz.“ Beide unterhielten sich noch ganze 2 Stunden sehr angeregt. Dann meinte Christian so: „Ich muss noch ein bisschen was machen. Ich will ja nicht unhöflich sein, aber ein paar Verpflichtungen will ich schon noch nachkommen. Beide tauschten noch die Handynummern aus verabschiedeten sich und dann schlenderte Christian weiter auf der Einkaufsmeile Richtung Bahnhof. Seine Laune hatte dank Julia heute einen Riesensatz gemacht. Die Arbeit am Rechner kann kommen, dachte er, bevor er in den PC-Shop einbog.

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Sommersonne – Kapitel 11 – Was für ein Abend

Der Abend sollte für beide etwas Besonderes werden. So hatte es sich jedenfalls Flo gedacht. Die Hände waren ganz schwitzig, als seine Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Er hatte nun, so dachte er, vollständig mit seiner alten Freundin abgeschlossen. Nun konnte er sich voll und ganz Anne widmen. Gegen halb 7 stand er vor ihrer Haustür und drückte tief auf den Klingelknopf. Eine vertraute Stimme kam durch den Lautsprecher: „Flo bist du es?“ – „Jep ich bin’s.“ – „Ich bin sofort unten.“ Eine halbe Minute später stand sie vor ihm. Ärmelloses Oberteil, kurzer Rock, oder doch nur ein Gürtel, jedenfalls ein göttlicher Anblick. Ihr Lächeln auf den Lippen rundete die ganze Geschichte noch mehr ab. So einem jungen Fräulein kann einfach kein Mann widerstehen. Beide machten sich auf den Weg in Richtung altes Hafengelände. Dort angekommen kletterte Anne mit Flo’s tätiger Unterstützung über den Absperrungszaun, ehe er sich selber mit beiden Armen darüber schwang. Endlich kam ihm seine sportliche Betätigung zu Hilfe. Das alte Hafengelände fand Flo deshalb so interessant, weil es hier einfach den besten Blick auf die Stadt gab und man konnte einfach mal die Aussicht genießen. Einen doch kleineren, der Küste nachempfundenen, Felsen gab es hier. Beide kletterten an den Kanten ohne große Probleme an dessen Spitze. Oben angekommen bot sich ein wunderbares Bild. Die Sonne stand gerade über den Türmen der Stadt die gerade am untersten Rand der hellen Scheibe kratzten. Flo nahm Anne in den Arm. Auch ihr gefiel die Szenerie. Bei untergehender Sonne einfach mal den Abend genießen. „Du Flo, weißt du was? Du bist das Beste, was mir seit Langem passiert ist.“ Ganz verlegen wandte er den Blick von der von Sonne gefärbten Landschaft ab und schaute in ihre Augen. Sie schien ihre Worte wohl überlegt zu haben. Sie meinte jedes ihrer Worte ernst. So jedenfalls brachten es ihre Augen rüber. Man muss schon verdammt viel von Schauspielerei verstehen um so etwas spielen zu können. Er wusste in diesem Moment nichts mit der Szenerie anzufangen. Sie löste die leichte Anspannung und küsste ihn. Ja es war ein Kuss, aber für sie war es mehr als nur das. Sie legte eine Leidenschaft in diesen Kuss, dass man meinen konnte, dass sie nie wieder etwas anderes machen wollte. Flo erwiderte ihren Kuss. Beide umschlangen sich mit den Armen immer weiter und lagen schließlich übereinander. Es folgte noch ein weiterer Kuss und die Beiden bemerkten gerade noch wie die Sonne hinter einem kleinen Gartenhäuschen am Ende der Stadt den Tag beendete und die Nacht einläutete. Nachdem die Sonne nicht mehr zu sehen war, wurde es merklich kühler. Flo’s Jacke wurde nun von Anne anprobiert und wechselte zumindest für diesen Abend ihren Besitzer. Es war wohl langsam Zeit von hier aufzubrechen. Beide schlenderten noch durch mehrere kleinere Gassen, die ihr Flair von den bunten, kleinen Straßenbeleuchtungen bekamen. Anne wurde nach Hause gebracht und am Hauseingang durfte Flo noch nicht so einfach verschwinden. Anne bat ihn mit zu sich rauf. Beide schliefen bei einem romantischen Film auf der Couch ein.

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Sommersonne – Kapitel 10 – Ein kleiner Wink

Sommer satt heißt auch Sonne satt. Und beides gab es an diesem Tag mal wieder uneingeschränkt. Aus diesem Grund war es auch bei untergehender Sonne noch immer angenehm warm. Sophia wartete an der Ecke der Straße in der Nähe der Bushaltestelle auf ihn. Niko trat von hinten an sie heran und drückte ihr von hinten einen warmen Kuss auf die rechte Wange. Sie drehte sich instinktiv herum und umarmte ihn. Ihr Haar roch nach Aprikose. Arm in Arm schlenderten die beiden schließlich die Hauptstraße entlang. Heute war der wöchentliche Kneipentag in der Stadt. Folglich hatte man die Hauptstraße zur Kneipenmeile erklärt und man konnte, ohne mit der Angst zu leben, von Autos überrollt zu werden, gemütlich schlendern. Niko legte ihr den Arm auf die Schulter. Sophia schien es zu genießen. Niko suchte eine nette kleine Eckkneipe aus. Sogar die Stühle standen vom Fußweg bis auf die Straße. Nur ein paar wenige Plätze waren besetzt und so setzten sich beide an den Rand, wo eine Ranke die Stühle etwas berührte. Gedämpftes Licht sorgte für eine angenehme Atmosphäre. Beide genossen den Abend und es wurden nicht nur liebevolle Blicke ausgetauscht. Nach mehreren Stunden zärtlicher Annäherung versuchte Niko eine Kellnerin herbei zu winken. Auch nach noch einem weiteren Anlauf gelang ihm die nicht. So meinte Sophia: „Soll es nicht ich mal versuchen?“ – „Versuch dein Glück.“ Und, welch ein Wunder, die Kellnerin kam sofort. Niko bezahlte als Gentleman die Rechnung und beide schlenderten nach einem ziemlich komplizierten Weg durch mehrere Querstraßen schließlich am Flussufer entlang. Niko kam die Situation mit der Kellnerin wieder in den Sinn. Er fragte nebenbei: „Sag mal wie hast du das gemacht. Unsereins müht sich da echt ab und hat Null-Erfolg und du schaffst es gleich mit dem ersten Wink.“ – „Tja ich würde es fast weibliches Können nennen.“ – „Naja ich würde ja zu weiblichem Glück tendieren.“ Und Beide konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nachdem sie in ein tiefsinnigeres Gespräch über die Welt und das Universum verfallen waren kamen sie am alten Brückenkopf einer ehemaligen Umgehungsstraße zum Stehen. Sophia bemerkte: „Na du hast ja einen prima Weg eingeschlagen.“ Niko brauchte eine Zeit, um sich zu orientieren, aber letztendlich gelang es ihm doch. Er war zu sehr in sein Gespräch vertieft gewesen, als da auch noch auf dem Weg zu achten. Nachdem ihn Sophia fragend anblickte meinte er so: „Hmm also ich bin ja für ein Taxi. Zwei Straßen weiter oben sollte wir doch eins auftreiben können. Die nächste Taxistelle war zu weit weg um dahin zu laufen und das Handy hatte Niko in Anbetracht eines romantischen Abends zu Hause gelassen. Also warteten sie an einer belebteren Straße auf ein gelblich schimmerndes Fahrzeug. Das Erste, welches Niko herbeiwinken wollte, bog in die nächste Querstraße ein und nahm wohl einen Anruf eines Fahrgastes war. Bei dem zweiten Taxi erging es ihm nicht besser. Es fuhr zwar genau auf ihn zu, ignorierte ihn aber scheinbar gnadenlos. So kam Sophia zu dem Schluss: „Soll ich nicht noch mal mein weibliches Glück herausfordern?“ Vor dem Wort Glück legte sie eine kleine stilvolle Pause ein und schenkte Niko ein liebes Lächeln. Auch seine Mundwinkel hoben sich. Und wie von Geisterhand hielt das erste Taxi, welches Sophia herbei winkte. „Ich sagte doch weibliches Können“ warf sie ihm mit einem lauten Lachen an den Kopf. So stiegen beide in das Taxi ein und nahmen auf der Rückbank platz. Bevor sie sich in den Tiefen des Straßengewirrs verloren sagte Niko mit einem halb verzogenen Gesicht, aber dennoch nicht böse: „Auf das Thema kommen wir noch zu sprechen, Kleine.“ Und dann verlor sich das Taxi in den Tiefen der Dunkelheit.

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Sommersonne – Kapitel 9 – Zwischenfall mit Folgen

Es war bereits Nachmittag, als Christian das Krankenhaus verließ. Er schien noch immer nicht ganz zu realisieren, was da gelaufen war. Nur eins war sicher, dieser Vorfall hatte ihn einen Riesenschritt in seinem Leben zurückgeworfen. Er stieg in den nächsten Bus und grübelte noch über das was in den letzten Stunden passiert war.
Gegen Mittag betrat Christian fröhlich mit einem kleinen Sträußchen das Krankenhaus. Schnurstracks nahm er zielstrebig den Weg zu Isabells Zimmer. Mit einem Lächeln auf den Lippen und der Hand mit dem Blumenstrauß hinter dem Rücken riss er förmlich die Tür auf. Das Lachen erfror und die Hand mit den Blumen sank fast trostlos nach unten. Ein junger Arzt, den er schon am Vortag gesehen hatte saß an ihrer Bettkante und brachte Isabell mit seinen Worten immer wieder zum Lachen. Hochnäßig, wie Chris empfand, schickte er ihn wieder aus dem Zimer. Angeblich begann die Besuchszeit erst in einer halben Stunde. Frustriert nahm er draußen an einem kleinen Tisch platz und betrachtete den lieblos auf den Tisch gestellten Blumenstrauß aus ausgewählten Plastikblumen. Die Zeit verging nicht wirklich schnell. Einige Schwestern waren damit beschäftigt, das Geschirr vom Mittagessen einzusammeln. Das Klirren der immer wieder aufeinander gestellten Teller brachte ihn fast zum Rasen. Nur mit allergrößter Anstrengung behielt er die Beherrschung. Nach zwanzig noch so langen Warteminuten, öffnete sich die Tür zu Isabells Zimmer einen Spalt und er hörte wie der junge Arzt sagte: „Na dann mach’s mal gut und erhol dich gut.“ Zu Christian gewandt sagte er mit einem unverschämten Grinsen „Sie dürfen dann.“ Er war kurz davor diesem Grinsen ein Ende zu bereiten und sich gehen zu lassen. Er entschied sich letztendlich etwas missmutig dagegen. Eine Schlägerei, war das Letzte, was er im Moment brauchte. Stattdessen unternahm er den nächsten Anlauf in Isabells Zimmer zu gelangen. Diesmal gab es keinen weiteren Zwischenfall und er betrat den Raum, wenn auch nicht mehr so euphorisch, wie noch zuvor. Er hatte vor das Mädel zur Rede zu stellen. Ihr Gesundheitszustand schien sich wohl von alleine gebessert zu haben. „Was war denn da eben los“, wollte er wissen. „Ich wurde eben von Björn über meinen Gesundheitszustand aufgeklärt, nix weiter.“ – „Von Björn?“ – „Dem Arzt“ – „Ach man ist sich also doch näher gekommen?!“ – „Als ob dich das was angehen würde“ Dieser Satz schockierte Christian. Er hatte sich die letzten Tage immer so liebevoll um sie gekümmert und schließlich war er es, der sie aus dem Wasser gefischt hatte. Und nun so was. Etwas irritiert fragte er: „Nun ja ich hab mich die letzten Tage schon mehr als nur ein Jemand um dich gekümmert. Ich hab es ernst gemeint.“ – Wie? Was hast du ernst gemeint.“ Nun war er an einem Punkt angelangt, wo er am liebsten gegangen wäre und alles stehen und liegen gelassen hätte. Er versuchte es trotzdem: „Ich hab mich seit dem Abend mit dir und dann in den letzten Tagen in dich verliebt und ich dachte es könnte auf Gegenseitigkeit beruhen, aber anscheinend ist dem nicht so.“ Nun war sie diejenige, die nach Worten rang. Mit so einer Situation hatte sie nicht gerechnet. „Nunja ich würde sagen, meine Gefühle sind noch nicht so stark ausgeprägt, wie deine.“ Das Letzte was Christian danach tat, er warf ihr die Blumen auf ihr Bett und meinte „Die sind für dich.“. Mit einem Krachen fiel die Tür hinter ihm ins Schloss. Er hatte genug und stürmte in großen wütenden Schritten aus dem Krankenhaus. Auf den Weg bemerkte er noch eine jüngere Schwester oder irgend so eine Schülerin, die ihm ein liebes Lächeln schenkte. Ihm war im Moment nicht zum Lächeln zumute. Und so verließ er ohne jede Reaktion die Örtlichkeit.

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Sommersonne – Kapitel 8 – Flo’s Geheimnis

Die Ferien hatten erst das erste Viertel erreicht, aber schon jetzt zeigte sich die Sonne mit vollem Glanz. Flo saß trotz diesem Wetter an seinem Laptop und kaute auf dem stumpfen Ende seines Bleistifts herum. Er grübelte. Und das nun schon eine ganze Weile. Nicht, dass er sie nicht mochte, aber es gab da ein kleines Problem. Er hatte ihr noch nicht erwähnt, dass er eigentlich schon vergeben war. Nun das war das Eine. Die andere Sicht der Dinge war aber, dass er mit seiner momentanen Beziehung nicht wirklich zufrieden war. Nun war er am Überlegen, die alte Freundschaft ohne Sang und Klang zu beenden und sich auf etwas Neues und Abenteuerliches einzulassen. Nur war er aber nicht der Typ, der sein Mädchen einfach mal so am Straßenrand mit einer Pfütze aus Tränen zurücklässt. Nun, er musste sich entscheiden, aber seiner eigenen Meinung war er sich noch nicht sicher. Im Hintergrund lief grad eine alte Schnulze in Schwarz-Weiß, in der ein Mann seine Frau dem mit einfachstem Mittel einfach unter die Erde brachte, weil er sich einfach zu bedrängt gefühlt hatte. So einfach war das Flo aber nicht. Das Ende des Bleistifts nahm nun breiige Züge an. Ihm stieg der Geschmack von Graphit in den Mund und er legte das Schreibwerkzeug beiseite. Es musste sich entscheiden. Er setzte letztlich doch auf Anne und somit auf das Neue.
Nun er brachte es trotzdem nicht über das Herz seine Noch-Freundin einfach so per SMS abzuservieren. Nun der Laptop bot sich an. Er schrieb und das mehr als nur 2 Stunden lang. Das Resultat war ein siebenseitiger Brief gespickt mit seinem tiefsten Kummer und vielen seiner innersten Gefühle. Es zerriss ihm innerlich das Herz solche Zeilen je einmal verfassen zu müssen. Er tat es und beraubte sich somit seiner bisherigen Lebensgefährtin. Das Alles nur für etwas Neues, wobei er noch nicht mal wusste, ob es gelingen würde. Anne kannte er nur noch aus der Grundschule, also eigentlich wusste er kaum etwas über sie. Allerdings fühlte er in ihrer Nähe eine Leichtigkeit, die er so noch nie gespürt hatte. Nein, seine Entscheidung stand fest und nun würde er sich dafür verantworten müssen. Er las sein Verfasstes nun schon zum 4. Mal und besserte hier und da noch einige Wörter und Phrasen aus. Er konnte sich nur allzu genau vorstellen, wie seine Freundin, die sie ja ab nun nicht mehr war, darüber in Tränen ausbrechen würde und in ihrer Trauer den Brief noch und noch mal lesen würde, nur um doch noch ein wenig Positives aus den Zeilen für sich zu gewinnen. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Alles zu seiner Zufriedenheit klang, schnappte er sich den Ausdruck aus dem Drucker und schrieb in sorgfältig per Hand ab. Nach einer weiteren verstrichenen Stunde schloss er ab: „Es tut mir leid. Flo.“ Das war es nun. Er klebte den Briefumschlag sorgfältig zu und notierte in sauberen Buchstaben ihre Adresse darauf.
Tags darauf landete der Brief im Briefkasten. Als Antwort erhielt er einen Zettel ebenfalls per Post. „Wenn du meinst, dass es so enden muss.“ Er wusste, wie sehr er sie verletzt hatte. Nicht einmal ihr Name stand unter den Zeilen. Er schloss mit dem Thema ab und versuchte sich auf das immer noch so gute Wetter zu konzentrieren, was seine Stimmung nicht wirklich zu bessern schien.

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Sommersonne – Kapitel 7 – Regen

Der Tag begann eigentlich von Anfang an nicht besonders. Nachdem Christian sich ein paar Sachen übergestreift hatte, schaute er aus dem Fenster. Dicke schwere Tropfen schlugen gegen die Scheibe und bettelten um Einlass. Sie liefen in Scharen bis hinunter zum Fensterbrett, wo sich dann eine kleine Pfütze bildete. Mit einem Kratzen im Hals schlürfte er Richtung Küche und goss den übrig gebliebenen Tee in seine Tasse. Ein Tropfen Honig machte die ganze Sache schon etwas schmackhafter. Dann klingelte sein Handy. Er widmete dem Gerät nur einen gelangweilten Blick und interessierte sich nicht wirklich dafür. Den Fernseher schaltete er nach ein paar Minuten auch wieder aus, da zu dieser Stunde nie irgendwas Gescheites lief. Auf Grund von Langeweile schielte sein Blick nun doch wieder zum Handy. „Mhh weniger n Anruf als eine SMS“, murmelte er so vor sich hin. Er begann zu lesen. Nachdem er den gestrigen Tag fast völlig verschlagen hatte, zog es ihm nun fast völlig den Speichel aus dem Mund. Es war Isabell und so fröhlich und abenteuerlustig wie noch vor 2 Tagen klang die SMS ganz und gar nicht. Gestern hatte Isabell sich auf Grund von einer Unterkühlung schon nicht richtig wohl gefühlt, aber heute schien sich ihr Zustand noch mehr verschlechtert zu haben. Sie lag im Krankenhaus und das beunruhigte Christian noch mehr. Der restliche Funke gute Laune war nun auch verflogen und Sorge um die Kleine machte sich breit. Heute wollte er eigentlich in die Stadt um noch ein paar Sachen für seinen PC aufzutreiben, aber daraus sollte ja nun auf Grund von Regen und dieser SMS nix werden. Schnell rief er noch Flo an und schilderte die Szene und sie verschoben das Computer basteln auf einen unbestimmten Zeitpunkt. Als das Hämmern der Tropfen an der Fensterscheibe etwas nachließ, schwang er sich auf sein Tourenrad und düste in einem Affenzahn Richtung Krankenhaus, das 5 Straßen weiter in einem riesigen Komplex endete. Das seine Hose dabei total nass und eingesaut wurde bemerkte er erst viel zu spät.
Nach weiteren 10 Minuten des Rumfragens und des Suchens hatte er das Mädchen schließlich ausfindig gemacht. Er war gar nicht so leicht, da er ja nicht zu den näheren Angehörigen gehörte und sonst auch nicht so richtig viel über sie wusste. So schlug er sich geschlagene 5 Minuten mit einer Dame an der Rezeption herum, die sich eher um den Papierkram auf ihrem Tisch, als um das Wohl der Kleinen zu kümmern schien. Dank einiger überzeugender Argumente gelang es Chris dann doch sie zu überzeugen und ein wenig später stand er vor ihrem Zimmer und trat ein. Isabell zwang sich zu einem Lächeln als er eintrat. „Hey Kleine, was machst du denn?“ – „Die Idee mit dem Wasser, war wohl doch nicht so richtig.“, meinte sie reumütig. „Mach dir jetzt keinen Kopf darum, sieh lieber zu, dass du schnell wieder gesund wirst.“ Er traf zwar nicht ganz den richtigen Ton, aber sie wusste, was er damit sagen wollte. Die Tür ging auf und eine Kolonne von Weißkitteln betrat den Raum. Unter ihnen auch mehrere jüngere angehende Ärzte. Er hatte eigentlich nicht viel Zeit sich noch von Isabell zu verabschieden und drückte ihr noch einen liebevollen Kuss auf die Lippen bevor er wieder, total enttäuscht und mürrisch die Heimreise antreten musste. Der Tag war nun endgültig gelaufen.

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Sommersonne – Kapitel 6 – Das Erwachen

Irgendwas schmerzte an seinem Rücken. Aber darüber dachte er nicht mehr als eine weitere Sekunde nach. Dann bemerkte er, dass sich neben ihm etwas regte. Niko schlang den Arm noch etwas enger um Sophia, die ihm verschlafen etwas zu murmelte. Der Waldboden hatte seine Wirkung gezeigt und so hatte zumindest er einen netten Abdruck auf dem Gesicht. „Lass uns doch mal gucken, ob die anderen noch da sind?“ meinte sie zu ihm und amüsierte sich immer noch köstlich über seine Druckstelle knapp unter der Schläfe. Die Idee war gar nicht mal so abwegig. Immerhin war nur eine Nacht zum Grillen als eine allgemeine Übernachtung im Freien angedacht. So machten sich beide auf den Weg Richtung Feuerstelle. Zu deren Überraschung lagen alle, samt Begleitung um die Feuerstelle zusammen. So langsam schien auch Flo wach zu werden. „Sag mal wo wart ihr beide denn?“ meinte er in einem kleinen Anflug von Sorge und grinste Niko dabei zu. „Ich hoffe ihr habt euch nix zugezogen, war ja doch noch ziemlich kühl hier.“ – „Wer ist der, der sich hier ständig Sorgen macht, das bin ja wohl ich“ meinte Niko und musste doch lachen. „Lass uns doch Richtung Stadt zurückfahren, das doch reichliche Grillessen lässt in seiner Wirkung langsam nach.“, meinte Niko noch beiläufig. Anne drückte Flo noch einen Kuss auf die Wange und er drückte sie an sich. Einzig und allein Christian und Isabell weilten noch nicht unter den Wachen. Das sollte sich aber schnell ändern. Nämlich in genau dem Augenblick als Anne und Sophia die Beiden mit je einem Schwall Wasser aus den Träumen rissen. So hieß es dann auf Richtung Bushaltestelle. Aber erst nachdem Christian allen gehörig die Meinung zu dem doch feucht fröhlichem Erwachen mitgeteilt hatte.
Der Kaffee ließ dann auch die letzte Müdigkeit aus den Gesichtern verschwinden und auch Chris kam wieder zu klaren Gedanken. Bei Bratkartoffeln lies man also den vergangenen Ausflug noch einmal Revue passieren. So trennte sich unsere Gruppe vorerst. Alle Mädels wurden standesgemäß von den Jungs noch nach Hause begleitet und dann hieß es sich den doch gemütlicheren Betten zu Hause zu widmen und die doch viel zu kurze letzte Nacht zu verarbeiten.

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Sommersonne – Kapitel 5 – Verrücktes Spiel

So saßen alle vergnügt um den Grill drumherum. Auch Christian hatte die Lust am Grillen wieder gefunden. Zwar waren die ersten Würste und Steaks schon fertig, aber dennoch verspürte er Drang sich doch noch etwas an dem Grill zu wärmen. Isabell, so hieß das Mädel was Christian aus dem Wasser gefischt hatte, schmiegte sich ganz nah an ihn an. Chris genoss die Situation sichtlich. So bemerkte er auch nicht, dass sich Niko und Sophia in seinem Rücken davon stahlen.
Die Luft war noch warm. Sie schmeckte feucht. Hier und da schwirrten kleine Fliegen vor ihrem Gesicht hin und her. Sophia hielt die Hand von Niko fest. Auch ihr kam die zufällige Begegnung am Nachmittag nicht ganz ungelegen. Ihr letzter Freund hatte sie ihn Richtung Frankreich verlassen, ohne aber auch nur ein Wort zu ihr zu sagen. Später am Telefon klärte sich dann auf, dass er sie nicht hatte kränken wollen. Sophia fasste dieses Verhalten anders auf als ihr damaliger Freund. Und so nahm die Beziehung ein doch sehr unspektakuläres, wenn auch unrühmliches Ende. Niko hingegen wurde eigentlich nie wirklich vom Glück beachtet. Und so kam es bei ihm bisher zu keiner richtigen Beziehung, wohl aber einige sehr amüsante Freundschaften. So liefen die beiden verträumt am Ufer des Sees entlang und blickten einander immer wieder an. Die Wortgewandheit vom Vormittag war einem gegenseitigem Anlächeln gewichen. Sophia brach das Schweigen: „Hey Niko. Hast du mal Lust auf etwas Verrücktes?“ – „Mhh muss ich gleich antworten, oder darf ich mir deine lebensmöderische Aktion erstmal in Gedanken ausmalen?“ – „Würd ich sie dir jetzt verraten, dann wäre das ganze Unternehmen halb so lustig.“ – „Na ok. Ich lass mich überraschen.“
Niko war sich nicht wirklich bewusst, was da auf ihn zukam und seine Entscheidung lag wohl weniger seinem Verstand als seinem Leichtsinn zu Grunde. „Auf geht’s.“ sagte sie und zog ihn hinter sich vom Ufer in den angrenzenden Wald hinein. „Heute Nacht wird im Freien übernachtet.“

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