Obdachloser verlassen vom Licht (28.07.2010)

Sonst saß er da, an seinem Platz,
doch nun sitzt nicht mal mehr der kleine Spatz
an diesem kalten, dunklen Ort.
Doch was nur zog ihn so schnell hinfort.

Früher spendete sie das Licht,
doch heute nimmt sie nur die Sicht.
Dem kranken, schwachen, alten Mann
der weder laufen noch kriechen kann.

Er schleppte sich an einen Ort, der Hoffnung bot
und ihm die Kraft gab, in seiner größten Not.
Nach ihm das Leuchten der Laterne gänzlich verschwand,
zurück blieb ihm nur das Lichtlein in seiner Hand.

Als auch das Glimmen der Kerze ohne Frischluft vergang,
schleppte er sich mit hängendem Kopf die Promenade entlang.
Fiel auf die Knie und schloss die Lider.
Da war das Licht – die Laterne leuchtete wieder.

  • Twitter

Musik bewegt (Menschen aufeinander zu) (21.05.10)

Die Musik so laut, dass der Bass meinen Herzschlag kontrollierte
als du den Raum betratst und begannst dich zu bewegen,
während die Lautsprechermembran neben meinen Ohren vibrierte.
Ich genoss dieses Gefühl – es war mein Segen.

Musik und Herz waren schon vereint.
Doch etwas mir für diesen perfekten Moment noch fehlte.
Ich musste dich noch überzeugen, dass du warst gemeint,
weil mein Innerstes dich erwählte.

Nur für nen kurzen Moment kreuzten sich unsere Blicke.
Ich fragte: „Wäre es gegen deinen Willen,
wenn ich dich mit einem Tanz beglücke“.
In diesem Augenblick fielen unsere Hüllen.

Während auch dein Herzschlag den Takt ausfüllte,
schmiegte ich mich an deinen Rücken,
und als der Rhythmus unsere Sinne umspülte,
Zeigtest du mir auf deinem Gesicht Entzücken.

Ich wollte dir sofort meine Liebe gestehen,
als der Duft deiner Haare in meine Nase drang.
Während dieses Tanzes wollt ich dir unentwegt in die Augen sehn,
Bis mich dein Lächeln in die Knie zwang.

Doch du fingst mich auf in Momenten tiefster Glückseeligkeit
und so waren es deine Arme, in die ich fiel.
Ich sagte: „Ich wär nun zum Äußersten bereit“.
Du lächeltest einfach weiter – Ich war am Ziel.

  • Twitter

Herbstgefühle (17.10.09)

In jeder noch so kleinen Regenpfütze seh ich dein Gesicht,
und auch wenn der Wind weht, vergess ich dich nicht,
denn er trägt hinüber deines Parfümes Duft.
Und doch wartet vor mir nur eisige Luft.
Besonders in dieser schon so bitterkalten Jahreszeit,
sehn‘ ich mich nach ein bisschen mehr Zweisamkeit.

Wie gern würde ich jetzt deinen warmen Körper spüren,
deine Füße zu einem romantisch umschlungenen Tanze führen
und bei einem Spatziergang im eisigen Herbstregen
würde ich meinen langen Arm um deine Schultern legen.
Besonders in dieser verregneten Jahreszeit,
sehn‘ ich mich nach ein bisschen mehr Zeit zu zweit.

Und wenn dein Haar dir in die Augen fällt,
schieb ich es zurück, dass es dir hält
den Blick frei auf unser gemeinsames Leben
danach und nicht nur du vermisst mich eben
in dieser bunten, herbstgrauen Jahreszeit.
Oh wär es zu dir nur doch nicht so weit.

So such ich allein nach dem rechten Weg noch,
schau traurig zum Himmel und empfinde doch,
dass etwas unsere beiden Herzen verbindet
und dieses Etwas nicht so schnell entschwindet.
Denn in dieser so trostlosen, einsamen Zeit
macht sich unsere Liebe für ihre Gefühle bereit.

  • Twitter

Bahnsteigkante (14.10.09)

Die Beine baumeln nun den Schienen entgegen,
der Zug ist weg, verschwindend auf eigenen Wegen.
Ein letztes Quietschen der Räder – ein Klagegeschrei
und es reißt mir fast mein kleines Herz entzwei.

Vor meinen Augen leuchtet noch immer das letzte Gemälde
von ihrem Gesicht und dem Weg den sie wählte.
Ihre Tränen laufen wie warmes Blei über ihre Wangen,
denn Sie und ihre Gefühle sind hinter dieser Scheibe gefangen.

Gefangen für nur einen kleinen Moment in der Unendlichkeit,
und dennoch kommt schon das Heimweh, das Problem ist die Zeit,
die nicht möchte verfließen, wie bis zu diesem einen Tag.
Und ich weiß, dass es nicht nur an dem so schönen Wetter lag.

Die Hand rutschte hinfort, als der Zug zu fahren begann
und auch über mein trauriges Gesicht die eine heiße Träne rann,
welche wenig später auf dem tristen, kalten Bahnsteig zerbrach.
Er musste sich setzen, gleich einen Moment danach.

Und so sitzt er noch immer – allein – an der Bahnsteigkante,
seine Gedanken schweifen noch immer durch entfernte Lande.
Wohin seine große Liebe ihm entschwand,
er hoffte darauf, dass sie ihn wieder fand.

  • Twitter

Eisbrecher (06.04.09)

Ich sah sie drüben an der Eisbar stehn.
Sie blickte herüber, ihre Augen – so wunderschön.
Traute mich nicht hinüber zu gehen,
es schmerzte schon, sie bloß zu seh’n.

Was war das? Ein Zwinkern in ihrem Blick.
Ich blickte mich um, war dies mein Glück?
Der eine Hinweis – es machte Klick.
Nun gab es hier auch kein Zurück.

Ich schwebte hinüber auf Wolke Sieben.
Sollten wir uns wirklich lieben?
Alles wie ein riesengroßer Traum,
mit ihr allein in einem Raum.

Ich hörte wie des Engels Gesang,
als sie mir fuhr den Arm entlang,
Daraufhin gab ich ihr einen Kuss.
Sie lächelte mich nur an – zu allem Überdruss.

Sie lächelte immerzu – es zog sie weiter.
Ich in der Wüste, wie der einsame Reiter.
Ihr letzter Duft verblieb dann nur in mir,
Glücklich für einen Augenblick – das waren wir.

  • Twitter

Die Zahnfee (27.03.09)

Es war ein mal ne kleine Fee,
die holte sich an einem See,
aus einem wunderschönen Haus,
nen Zahn aus einem Mund heraus.

Es war der Mund ner kleinen Frau,
und das wusste sie genau,
einen Zahn zuviel da hatte.
Deshalb stand sie auf der Matte.

Und der Zahn wurd‘ ihr gezogen,
doch die Fee hatte gelogen.
Der Schmerz war größer als vermutet,
Und wär die Frau auch fast verblutet.

Doch es war eine kluge Fee,
denn als es tat am meisten weh,
gab sie der Frau nen guten Rat:
Besser, wenn man Freunde hat.

  • Twitter

Die Natur der Liebe (11.06.08)

So sitz ich hier tief im Grünen auf einer Bank,
höre die Gärten der Liebe und das macht mich krank,
denn du bist nicht hier, der Himmel ist so weit.
Wünschte mich zu dir, für ein paar Minuten zu zweit.

Der Wind umspielt die Haare und kitzelt meine Stirn,
wie gern würde ich jetzt dein Herz schlagen hören.
Mein Kopf liegt dann fast auf deinem Bauch
und schon ist es da – ein Gefühl, ich brauche dich auch.

Die Wolke am Himmel da, sie zieht vorbei an mir
und ich frage mich: „Wie lange brauch sie wohl bis zu dir?“
Ich denk‘ an dich den ganzen Tag.
Nur an dich und wie sehr ich dich mag.

Wenn die Sonne strahlt, so schenkt sie ein Lächeln,
doch selbst so eine Kraft kann es nicht entfesseln,
dieses unglaubliche Gefühl, es geht bis tief unters Handgelenk.
Das sind die Momente, wo ich ganz doll an dich denk‘.

  • Twitter

Gedanken an dich (08.11.07)

Dein Körper ist weit weg von mir.
Deine Wärme so entfernt, als ob ich frier‘.
Dein Lächeln – nur ein Gedankenspiel.
Deine Nähe fehlt mir viel zu viel.

Unsere Zeit gemeinsam, schon fast eine Woche her.
Es die Gedanken sind, an denen ich so zehr.
Unser Glück im gemeinsamen Traum zu zweit,
lässt verinnen Sekunden, Stunden – die ganze Zeit.

Mein Innerstes sehnt sich so nach deinem Gesicht,
das so schnell entfacht in mir ein helles Licht.
Und nur noch ein schrecklich langer Moment,
der mein Herz von Deinem trennt.

  • Twitter

Der erste Schnee (31.10.07)

Das letzte Laub liegt noch im Rinnstein der Straßen.
Der Wind pfeifft die letzten spätsommerlichen Töne.
Die Dunkelheit kriecht nun auch in größere Gassen.
Und vom Herbst weicht jede Farbe – das restliche Schöne.

Der kühle Wind und mein Gesicht prallen aufeinander

und ich hinterlasse meine Spuren im Schnee.
Während ich so vor mich hin wander‘
lässt Väterchen Frost gefrieren auch den kleinen See.

Weiße Flocken bedecken inzwischen Berg und Tal.

Und der Winter seine Blumen an unsere Fenster malt.
Kinderhände formen die weiße Masse zu einem Ball.
Den Kleinen wird es scheinbar niemals kalt.

  • Twitter

Laterne (08.10.07)

Verschluckt von den Fängen der Dunkelheit
ist der Boden schon nicht mehr zu erkennen.
Im Angesicht von Raum und Zeit
ist ihre Länge nicht genau zu nennen.
Förmlich schwebend in ihrer eigenen Welt.
Gerade so, als ob es ihr gefällt.

Allein und einsam. Es stand am Bahndamm.
Im Zug sitzend ich das Gebilde erblickend
und das Licht der Nacht zur Kenntnis nahm.
Dieser Anblick – einfach entzückend.
Wie diese Laterne majestetisch in die Höhe ragt
Und die Farbe des Abends an ihren Füßen nagt.

Welch‘ Künstler sich solch einer Malerei bedient,
den Pinselstrich des Versteckens vollzog
und verbarg was nun in der Dunkelheit miemt.
Des Lebens Schattenseiten oder des Elends pechschwarzer Sog?
Oder verspielte sich nur die Mutter in des Tages Zeit?
Bestimmt – Es war für die Nacht inzwischen soweit.

  • Twitter