Das Glück ist Zurück (Dank Dir) (14.11.06)

Saß in einem Haus, die Mauern kaputt, nur noch Trümmer.
Ließ von einem großen Stein die Beine baumeln, ohne Lust.
Das Kinn drückte schon nadelstichartig auf meine Brust.
Der kühle Regen machte dieses Drama nur noch schlimmer.

Dann kamst du mit einem großen Schirm daher.
Setztest dich neben mich und gabst mir festen Boden zurück.
Deine Worte und ein heilend-tröstender Blick
und schon fiel mir das Lächeln nicht mehr ganz so schwer.

Gemeinsam schleppten wir Steine und buddelten für das Fundament.
Bauten gemeinsam Wände und die Tür, sie steht nun auch.
Und plagten mich nur kleinste Schmerzen, riebst du mir meinen Bauch.
Ich bin unglaublich froh, dass mich diese Person kennt.

Sie blieb noch lange – bis spät in die Nacht.
Wir schlürften am Kamin nicht nur das eine Gläschen Wein.
So schlummerte ich mit meinem Kopf in deinen Armen ein.
Selbst das Wörtchen „Danke“ hab ich nicht mehr über die Lippen gebracht.

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Gedankenpuzzle (14.10.06)

Wie ein Puzzle fügte sich in letzter Zeit
ein Gedankenspiel nicht ganz befreit,
kaum ein Gedanke den ich dir nicht schenkte.
Dein Auge mich in deine Richtung lenkte.

Wurde es um mich Nacht, gabst du mir Licht.
So blickte ich im Dunkeln oft in dein Gesicht,
freute mich an deinem stets freundlichen Blick.
So sprudelte in mir ein Brunnen voller Glück.

Stück für Stück fügt sich in einander,
was früher am Strauch vom weißen Oleander
nur Knospen oder Blüten waren.
Denn in mir versuch’ ich ein Gefühl zu bewahren.

Ein Gefühl voller Hoffnung und voller Risiko,
denn vielleicht verschwinde ich im Nirgendwo,
wenn ich dir sage, woran ich denke.
Nicht, dass ich eine gute Freundschaft hier verrenke.

Suchst du in meinem Herzen nach einem Platz, so wirst du ihn finden.
Denn uns wird immer mehr als nur eine Freundschaft verbinden.
Und segelt auch dein Schiffchen in einem Sturm aufs Meer
so schipper‘ ich dir auf meiner kleinen Jolle hinterher.

Wellen können auch zum Träumen sein, hast du mir beigebracht.
Denn so haben wir in Zeiten schon geweint und auch gelacht.
Auch ein Delfin ist im weiten Wasser nicht gerne allein.
Und gibt Einem zu verstehen – Ich will nicht einsam sein.

Ein kleines Teilchen in der Mitte sucht nicht weit fort
nach seinem Platz, drum stubs‘ ich es dort
mit meinen Fingerspitzen in Richtung Lücke.
Doch noch liegt es obenauf – wie eine Brücke.

Fertig liegt vor mir eine Sache, die uns beide verbände.
So lege ich mit großer Vorsicht dieses Puzzle in deine beiden Hände.
Pass gut darauf auf und rahme es für uns ein.
Hältst du dich daran, so werd ich für immer bei dir sein.

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Lovesong (28.09.06)

An einem sonnigen Tag, sich die Studiotür hinter mir schloss.
Ich sang für dich von einem tiefschwarzen Ross.
So klang es eigentlich schon notgedrungen.
Ich wollte einen Lovesong schreiben – es ist mir nicht gelungen.

Einen wunderschönen Sandstrand in weiß zauberte ich für dich herbei.
Wir brachen zusammen den Glückskeks in der Mitte entzwei.
Du hast mich förmlich dazu gezwungen,
denn ich wollte einen Lovesong schreiben – es ist mir nicht gelungen.

Auf einer Bank im grünsten Park lagen wir beisammen.
und blickten in den Himmel, wie die Sterne vergangen.
Und wir lagen noch Stunden da – eng umschlungen,
so wollt ich einen Lovesong schreiben – es ist mir nicht gelungen.

So lief ich die längsten Alleen entlang, mit dir Hand in Hand,
entführte dich Tags darauf in das nobelste Restaurant.
So kniete ich dann vor dir und habe für dich gesungen,
diesen Lovesong wollte ich dir schreiben – es ist mir nicht gelungen.

Und immernoch blick ich auf die Notenständer und das Blatt Papier.
Denn dieser Song ist fertig. Schade ist, dass ich nicht kapier‘.
Denn der Titel läuft das zehnte Mal, ist fast verklungen.
Ich wollte einen Lovesong schreiben – und es ist mir fast gelungen.

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Verlorener Ruf (24.09.06)

Um uns herum ein Ensemble aus Menschen.
Ein jeder tanzt seinen eigenen Takt.
Fast völlige Einsamkeit wollt‘ ich mir wünschen.
Vermissen würd ich das Wort, welches sie mir sagt.

Die Welt um sie verschwimmt zu einem Meer
aus Farben – ihre Augen stechen blau hervor.
Dieser Blick fasziniert mich doch zu sehr,
dass ich sie in dem Gedränge verlor.

Ich wollte sie noch rufen, wollte nach ihr schreien.
Sie war zu schnell und meine Stimme zu leise.
So erstarb mein klägliches Rufen – sie nun unter Freien.
So suchte ich nach ihr – eine sehr einsame Reise.

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Untergetaucht (04.07.06)

Die Hand ward ihm genommen
durch des Feuers grausames Schwert.
Die Welt um ihn verschwommen,
was ist er hier noch wert.

Sein Job wurd‘ ihm gekündigt,
ein neues Leben, jetzt zu Haus.
Hat er denn so gesündigt?
Er will jetzt nur hier raus.

Ihn zug es auf die Straße
zu einem Neuanfang.
Daheim blieb auch der Hase
sein ganzes langes Leben lang.

An den Brücken ebenso wie an dem Bier
fand er schnell viel Gefallen.
Es zog ihn weg vom „Mir & Dir“.
Doch hört man ihn durch dunkle Straßengassen lallen.

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Blickwinkel (03.07.06)

In strahlendem Glanz, doch in weiter Ferne
ein Funkeln, fast so wie die Sterne.
Doch das Objekt bleibt noch weit zurück.
Es ist ein ewig langer Blick.

Im Vordergrund fliegen Momente des Lebens an mir vorbei.
Doch am Horizont noch Alles beim Alten – es bleibt dabei.
Voll Eleganz und Anmut, doch nur ein kleines Stück
es scheint doch fast wie ein Trick.

In meiner Nähe die schöne Blume verschwindet,
Wo die Ferne nur noch Gelassenheit verkündet.
Was eigentlich unerreichbar scheint, währt letztlich länger in meinem Blick.
Und beschert mir einige Augenblicke länger Glück.

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Der Vorbote der Nacht (08.06.06)

Die Vögel stellen ihren friedlichen Gesang ein.
Eisiger Wind streift scharf mein Gesicht.
Kleine grüne Frösche verschwinden mit einem merkwürdigen Geräusch in ihrem Tümpel.
Verängstigte Frauen schieben hastig ihre Kinderwagen weiter.
Herrlich duftende Blumen verschließen ihre Blütenpracht.
Die grünen Blätter in den obersten Baumwipfeln hören auf zu rascheln.
Vereinzelte Sandkörner rollen sich zu den Begrenzungssteinen des Weges und suchen Schutz.
Dann steht er auch vor mir und bedeckt mich mit seinem großen schwarzen Mantel.

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Bei Ihr Sein (01.06.06)

Sie lenkt jede meiner Bewegungen.
Jedes Lächeln, jeder Atemzug eine Folge ihres Handelns.
Sanft umfasst sie mein Hemd und zieht mich näher.
Mit einem liebevollen Kuss verrät sie ihre Zuneigung.
Nach dem Herumtollen auf einer großen Sommerwiese
liegen wir im Gras dicht beieinander.
Ich spüre ihre Nähe, ihre Wärme.
Es ist schön, einfach bei ihr zu sein.

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Der Tropfen (16.05.06)

Für einen winzigen Augenblick zu hören.
Nur einen Bruchteil zu sehen.
Kaum Einen wird er stören.
Es muss einfach geschehen.

Aus riesig anmutenden Gebilden
löste herraus sich ein winziger Teil,
entfloh den mächtigen Gefilden.
Und sauste herab, fast wie ein Pfeil.

Dem Boden nah er kurz verweilt
einen kleinen Atemzug.
Ehe in viele Stücke er zerteilt
dem Boden seinen Willen übertrug.

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Der Kuss (23.04.06)

An einem Ort, wo Gefühle aus grüner Erde entstehen,
erblicke ich ein freundlich schauendes Mädchen.
Ihre Wimpern werfen Schatten auf ihre rosa Wangen.
Das orange Rot der Sonne umspielt ihre zarte Haut.
Jeder Augenschlag wirkt wohl überlegt.
Von den tanzenden Schatten auf ihrem Gesicht ermutigt
greife ich nach ihren vollen, schönen Fingern.
Ganz langsame schließt sich meine Hand um die ihre.
Ein Gefühl von mich umspielenden Rosenblättern umgibt meinen Körper.
Ich beginne zu Lächeln und fühle mich geborgen.
Mit einem weiter Schritt stehe ich nun genau vor ihr.
Leicht spielt der Wind mit einzelnen glatten Haaren
und kitzelt damit meine Nasenspitze.
Anmutig schließt sie ihre Augen.
Sanft fährt mein Zeigefinger über ihre süßen rötlichen Lippen.
Ein warmes Gefühl durchströmt jede einzelne Ader in mir.
Sie öffnet ihre Augen und blickt mich entschlossen an.
Langsam treffen sich unsere Lippen in einem gefühlsdurchströmten Kuss.

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