Musik bewegt (Menschen aufeinander zu) (21.05.10)

Die Musik so laut, dass der Bass meinen Herzschlag kontrollierte
als du den Raum betratst und begannst dich zu bewegen,
während die Lautsprechermembran neben meinen Ohren vibrierte.
Ich genoss dieses Gefühl – es war mein Segen.

Musik und Herz waren schon vereint.
Doch etwas mir für diesen perfekten Moment noch fehlte.
Ich musste dich noch überzeugen, dass du warst gemeint,
weil mein Innerstes dich erwählte.

Nur für nen kurzen Moment kreuzten sich unsere Blicke.
Ich fragte: „Wäre es gegen deinen Willen,
wenn ich dich mit einem Tanz beglücke“.
In diesem Augenblick fielen unsere Hüllen.

Während auch dein Herzschlag den Takt ausfüllte,
schmiegte ich mich an deinen Rücken,
und als der Rhythmus unsere Sinne umspülte,
Zeigtest du mir auf deinem Gesicht Entzücken.

Ich wollte dir sofort meine Liebe gestehen,
als der Duft deiner Haare in meine Nase drang.
Während dieses Tanzes wollt ich dir unentwegt in die Augen sehn,
Bis mich dein Lächeln in die Knie zwang.

Doch du fingst mich auf in Momenten tiefster Glückseeligkeit
und so waren es deine Arme, in die ich fiel.
Ich sagte: „Ich wär nun zum Äußersten bereit“.
Du lächeltest einfach weiter – Ich war am Ziel.

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Der erste Schnee (31.10.07)

Das letzte Laub liegt noch im Rinnstein der Straßen.
Der Wind pfeifft die letzten spätsommerlichen Töne.
Die Dunkelheit kriecht nun auch in größere Gassen.
Und vom Herbst weicht jede Farbe – das restliche Schöne.

Der kühle Wind und mein Gesicht prallen aufeinander

und ich hinterlasse meine Spuren im Schnee.
Während ich so vor mich hin wander‘
lässt Väterchen Frost gefrieren auch den kleinen See.

Weiße Flocken bedecken inzwischen Berg und Tal.

Und der Winter seine Blumen an unsere Fenster malt.
Kinderhände formen die weiße Masse zu einem Ball.
Den Kleinen wird es scheinbar niemals kalt.

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Laterne (08.10.07)

Verschluckt von den Fängen der Dunkelheit
ist der Boden schon nicht mehr zu erkennen.
Im Angesicht von Raum und Zeit
ist ihre Länge nicht genau zu nennen.
Förmlich schwebend in ihrer eigenen Welt.
Gerade so, als ob es ihr gefällt.

Allein und einsam. Es stand am Bahndamm.
Im Zug sitzend ich das Gebilde erblickend
und das Licht der Nacht zur Kenntnis nahm.
Dieser Anblick – einfach entzückend.
Wie diese Laterne majestetisch in die Höhe ragt
Und die Farbe des Abends an ihren Füßen nagt.

Welch‘ Künstler sich solch einer Malerei bedient,
den Pinselstrich des Versteckens vollzog
und verbarg was nun in der Dunkelheit miemt.
Des Lebens Schattenseiten oder des Elends pechschwarzer Sog?
Oder verspielte sich nur die Mutter in des Tages Zeit?
Bestimmt – Es war für die Nacht inzwischen soweit.

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Letzter Zug: Richtung Unbekannt (09.08.07)

Mein Kopf lehnt an der dunklen kalten Scheibe,
voll mit noch ungeordneten Gedanken an dich.
Auf dem Weg zu meiner neuen Bleibe.
Und mein kleines Herz überschlägt sich.

Doch manchmal, da bekommt mein Kopf einen sanften Stoß,
dann schaue ich hinaus und erblicke düstere Wolken am Horizont.
Was ist denn mit mir heute nur los?
Ich überspiele mein Glück gekonnt.

Die Musik im Ohr singt von einem gestohlenen Leben.
Auch der Regen weint die verdreckte Scheibe entlang,
wo viele kleine und große Fliegen kleben.
So fahre ich noch ein kleines Stück, bis der letzte Song verklang.

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Labyrinth (27.05.07)

Eine neue Wand baut sich vor dir auf
Der Blick wandert zur obersten Kante – weit hinauf.
Und eine hölzerne Falltür zu deinen Füßen,
du winkst und magst den Abgrund grüßen.

Du irrst umher – zu oft ohne Plan.
Lässt dich nicht ruhig, steuerst darauf zu – in den Wahn.
In den Händen nur die Fetzen einer Karte.
Kein kompletter Weg zu einem der versteckten Orte.

In der Mitte eines Abzweigs bleibst du stehen, möchtest verweilen.
Nimmst ein Blatt Papier und schreibst diese Zeilen.
Lässt dich nieder auf deine müden Knie
und ein erneuter Blick fällt auf ein scheiterndes Genie.

Die letzte Hoffnung nur das Objekt mit magnetischer Nadel,
Nur dieses Prinzip arbeitet ohne Fehl und Tadel.
Hin und Hergerissen zwischen anziehenden Welten
Ein eisig kalter Wind – du wirst dich erkälten.

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Der Tropfen (16.05.06)

Für einen winzigen Augenblick zu hören.
Nur einen Bruchteil zu sehen.
Kaum Einen wird er stören.
Es muss einfach geschehen.

Aus riesig anmutenden Gebilden
löste herraus sich ein winziger Teil,
entfloh den mächtigen Gefilden.
Und sauste herab, fast wie ein Pfeil.

Dem Boden nah er kurz verweilt
einen kleinen Atemzug.
Ehe in viele Stücke er zerteilt
dem Boden seinen Willen übertrug.

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Unberührtes Land (27.08.05)

Völlig unberührt liegt dort der Felsen im Meer.

Die Sonne spielt mit den schroffen Kanten
und zaubert Schatten und unterschiedlichen Formen darauf.

Kein Baum erweckt diese Landschaft zum Leben,
aber dennoch kommt kein Gefühl von Trostlosigkeit auf.

Die Wellen wirken klein gegen diese mächtigen Gestalten.
Sie verlaufen sich sanft zu ihren Füßen.

Kein Kreuz auf den oberen Enden
zeugt von vergangenen Heldentaten ruhmreicher Bergsteiger.

Fast wie eine Sanddüne, so leicht
erhebt sich dieser gewaltige Steinberg aus den Fluten
und thront über dem Wasser.

Ein ünberührtes Fleckchen Land.

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Kind an Bord (27.08.05)

Über das Geländer gebeugt, so steht ein kleines Kind
und streckt die Nase immer weiter in den Wind.
Im Wasser entdeckt es den ersten Delfin.
Dort unten treibt eine Möwe im Wasser vor sich hin.

So fegt der Kleine ganz unbeschwert über die Gänge,
völlig unbeeindruckt von dem großen Gedränge.
Die schwingt vorsichtig auf und fällt hinter ihm wieder zu.
Ein etwas Größerer bettelt da vergeblich um Ruh‘.

Ein Freund flitzt los, unser Held gleich hinterher,
die Ruhe zu halten fällt ihm merklich schwer.
Nun planscht er im Pool laut rufend vor sich hin.
Diese Idee kam ihm gerade eben in den Sinn.

Völlig müde klettert er auf Muttis Schoß.
Nun plötzlich ist alles leise – Was ist da nur los?
Der Kleine drückt sich fest in ihre Schulter hinein,
macht die Äuglein zu und schläft ganz friedlich ein.

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An Deck (26.08.05)

Die Sonne steht halbhoch und verwöhnt mit wärmenden Strahlen.
Man blinzelt den vereinzelten Wolken entgegen
und wirft einen ersten Blick auf das Glitzern im Wasser.

An Deck weht der Wind frisch um die Nase,
da blüht jugendliches Abenteuerdenken auf.
Und ein kleiner Denker rettet seine Zettel vor dem Wasser.

Ob friedlich auf einer Matratze liegend,
oder weit über der Railing dem Meer zugewandt,
jeder tut das, wonach ihm der Sinn steht.

Wo das Wasser den Himmel berührt,
tauchen einzelne Fischerboote auf
und präsentieren stolz den Fang das Tages.

Ein großer Mann in weißer Uniform
weißt die kleinen tobenden Kinder auf die Mittagspause hin
und setzt sich verträumt in seinen Liegestuhl zurück.

Am anderen Ende des Schiffes erklingt
in den Wogen der frühabendlichen Brise
eine Gitarre und lässt das Abendprogramm beginnen.

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Unglücklich auf Reise (21.08.05)

Schwere Augen – der Blick verloren.
Ein Gefühl ganz gegen neu geboren.

Der Mund wirkt trostlos und verschlossen,
vielleicht sind doch nur Blumen nicht gegossen.

Die Unterarme verschrenkt, eben nicht Arm in Arm.
Der flehende Blick scheint so garnicht warm.

Die Beine stehen uneins, trotzdem paarweise.
Er blickt in ihre Augen und rätselt „Wohin geht die Reise“.

Der Grund für ihren Blick noch immer nicht gefunden.
Sie hat sich innerlich vielleicht nicht überwunden.

Der Gedanke an eine doch so unbekannte Person scheint verrückt.
Alles schweift um das, was ihr wohl nicht ist geglückt.

Das Tempo wird langsamer, nun ist es nur noch Schritt,
er packt seine Tasche und nimmt sie in Gedanken mit.

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