Sommersonne – Kapitel 4 – Rettung in letzter Sekunde

Viel Zeit zum Erzählen war eigentlich nicht. Dafür waren Niko und Flo auf Grund ihrer Begleitungen zu sehr beschäftigt. Christian murrte noch vor sich hin. Er wurde mit dem Grillen beauftragt. „Hey Jungs, könntet ihr euch mal um die Steaks kümmern, ich brauche frische Luft.“. Flo konnte die Begeisterung in Anne fürs Grillen entfachen und so standen die Beiden dann auch schon am Grill. Christian unternahm derweil einen kleinen Spaziergang, der ihn um den See führte. Er nippte noch mal an seinem Bier als er leise eine Stimme vom Wasser her hörte. Er sprintete los und als seine Füße schon im Wasser standen, sah er sie wie sie nur wild mit den Armen umher ruderte und unterzugehen drohte. Geistesgegenwärtig sprang er trotz seiner Straßenklamotten in den See. Wie ein Irrer schwamm er auf das Mädel zu, dass nun schon fast mit der Bewusstlosigkeit zu kämpfen schien. Als er sie erreichte, wirkte sie total geschwächt. Er legte ihren Arm um seine Schulter und trieb langsam mit rudernden Bewegungen aufs Ufer zu. Dort angekommen rollte er sie aufs trockene Land. Er sah sie auch total durchnässt in ihren Sachen vor sich liegen. Irgendwie betäubt wusste er nun gar nicht was er als nächstes machen sollte. Doch das war auch nicht nötig. Sie schlug ihre Augen auf und blinzelte ihn an. „Danke. Aber eigentlich kann ich ja schwimmen.“ Chris fiel die Kinnlade nach unten. Total empört meinte er: „Da kannst du einem aber nicht so einen Schrecken einjagen. Man ich hab gedacht du wärst in ernsthafter Gefahr.“ – „Naja ich lief ja auch Gefahr mich zu erkälten.“
Darauf wusste er erstmal nichts zu antworten. Nach einer Minute etwa fragte er: „Warum dann die Show, Mädel?“ – „Ich hab dich an der Bushaltestelle gesehen, wie du ne Abfuhr bekommen hast, naja und ich dachte das wär ne Chance. Ok ich hab vielleicht n bisschen übertrieben.“ – „Naja ist ja auch egal. Dir geht’s ja soweit gut. Kommste mit zu unserm Grill, da kannste dich aufwärmen.“ – „Aber klar doch mein Lebensretter“.

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Sommersonne – Kapitel 3 – Warteschlange

Christian war als erster vor Ort. Er lehnte schon am Haltestellenschild, welches den Schriftzug „Am See“ trug. Weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Nur der nicht wirklich gefüllte Bus kam mit quietschenden Reifen genau vor seinen Füßen zum Stehen. Ein doch sehr ansehnliches junges Mädchen stieg aus dem Bus aus und blieb ein paar Schritte hinter ihm stehen. Er musterte sie. Lange dunkle Haare, tolle Beine und auch der Rest vom Körper ließ nicht zu wünschen übrig. Eine Frage stellte er sich doch, warum sie ausgerechnet hier an der Haltestelle stand. Er nahm es nun nicht als Zufall sondern eher als Glück auf seiner Seite. Er sprach sie an: „Hey, was machst du hier so ganz alleine?“ – „Ich warte, wie man unschwer erkennen kann.“ – „Stellt sich nur die Frage auf wen oder was?“ – „Ich kann dich beruhigen, du bist es nicht“, sagte sie mit ironischem Unterton. „Vielmehr warte ich auf eine Wiedergutmachung.“ Christian gab aber noch nicht auf. „Sicher, dass deine Wiedergutmachung hier unter der Bank auf dich wartet ?“ – „Sicher, dass du nicht ein bisschen stürmisch bist?“ – „Nicht gut erzogen, was? Auf Fragen stellt man keine Gegenfragen“ und er musste selber leicht schmunzeln. „Gut erzogen heißt aber auch sich nicht gleich an die nächst Beste ran zu werfen.“ Nun gab er dann doch auf. Da war dann wohl doch nichts zu holen. Und das, wo er doch sonst nie solche Problemchen mit der weiblichen Gattung hatte.
Der nächste Bus kam auch schon. Wahnsinn, wenn man überlegt, dass man sonst Ewigkeiten auf einen Bus warten muss. Niko stieg vor Freude strahlend aus und steuerte gradewegs auf Christians vergebene Chance zu. Mit einem Bussi links und einem rechts wurde er begrüßt. Nun schlägst aber dreizehn, dachte sich Chris. Kann ja wohl nicht sein, mich lässt die abblitzen und nun der bekommt so n Mädel ab. „Wiedergutmachung, ja?“ grinste er Niko zu. „Ist eine verdammt lange Story. Erzähl ich dir vielleicht im Laufe des Abends mal. Achja, das hier ist im Übrigen Sophia.“ – „Wir haben uns schon kennen gelernt“, entgegnete er mürrisch. „Seit wann interessierst du dich für meine Mädels?“ Doch die Frage brauchte er nicht mehr beantworten. Am Ende der Straße tauchte auch schon Flo auf. Und auch er war nicht allein. „Sag mal wird das heute ne Massenveranstaltung?“ knurrte Christian. „Ich hoffe du hast genug Grillutensilien mit. Die werden wir wohl aller Voraussicht nach brauchen.“
So schlenderte man los in Richtung See. Ein perfekter Abend für ein hoffentlich noch besseres Grillvergnügen.

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Sommersonne – Kapitel 2 – Grillvorbereitungen

Indessen war Flo damit beschäftigt, ein paar Grillutensilien zu besorgen. Beim Schlendern durch die Regale stach ihm gleich eine gewisse Person ins Auge. Es war Anne, eine alte Schulfreundin von ihm. „Hey Anne“ rief er herüber. – „Hi Flo. Was machst du denn hier.“ – „Ich hab noch ein paar Sachen für das Grillen heute abend zu besorgen. Wenn du Lust aufs Grillen hast, kannst du gleich mit mir mitkommen. Ich wollt dann sowieso gleich losgehen.“ – „Du bist ja ein ganz Fieser“, sagte sie mit einem Lachen im Unterton, „du weißt doch, dass ich zum Grillen gar nicht nein sagen kann.“ Die Grillutensilien waren schnell besorgt und auf ging es zum Grillvergnügen. „Ähm Flo.“ – „Ja was gibt’s“ – „Ich müsste noch mal bei mir zu Hause vorbei, mir was anderes anziehen.“ – „Kein Problem. Müssen sich die andern halt ein bisschen gedulden.“ So ging es erstmal zu Annes Appartement. Flo war bisher auch noch nicht hier gewesen. Aber der häuslich eingerichtete Stil gefiel ihm gleich auf Anhieb. „Nimm doch Platz“, bat Anne ihm das Sofa an. Sie verschwand ihm Nebenzimmer. Die Minuten verstrichen. Flo’s Augen schweiften umher. Alles wirkte so einfach und auch das Gemälde an der Wand hatte nichts Übertriebenes an sich. Im nächsten Moment stand auch schon Anne vor ihm. Er muss wohl kurzeitig geträumt haben, denn er hatte ihr Kommen gar nicht bemerkt. Sie stand vor ihm mit Bikini und darüber hatte sie noch eine dickere Jacke. „Meinst du nicht, dass es dir mit der Jacke etwas zu warm wird?“ fragte Flo in einem ganz unschuldigen Ton. „Ich wollte mich vorerst nur vor neugierigen Blicken schützen.“, entgegnete sie. „Aber wieso? Hier sind doch nur Du und Ich. Und sooo neugierig war ich doch noch nie.“ Doch bei dieser Bemerkung konnte er sich ein breites Grinsen nicht mehr verkneifen. Er trat ein paar Schritte auf sie zu. Er sah schon, dass sich kleine Schweißperlchen auf ihrer Stirn bildeten. Die Jacke saß demnach auch nicht mehr lange auf ihren Schultern. Auch sie machte einen Schritt auf ihn zu. Er konnte ihren zitternden Atem spüren. Jeder einzelne Schweißtropfen musste daran glauben. Er küsste jeden einzelnen davon Weg ehe das eigentliche Verrgnügen begann.
Nach ein paar aufregenden Minuten warf sie ein: „Hey du, wir wollten doch zum Grillen.“

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Sommersonne – Kapitel 1 – Ungewollter Überfall

Christian, Flo und Niko wanderten eines späten Nachmittags durch die noch vor Wärme knisternde Altstadt. Hier und da lag der Geruch von Schweiß förmlich in der Luft. Von einigen Dächern blitzte etwas voreilig schon die Reklame herunter. Eigentlich war ja ein Trip in eine altbekannte Disco geplant. Doch heute frohlockte der weite Teich am Rande der Stadt. So verabredeten sich die drei für um 7 an der Bushaltestelle „Am See“. Man trennte sich vorerst und jeder ging seinen eigenen Weg. Niko wanderte entlang einer stark befahrenen Straße daher. Rechts bog er dann ab in einen weitläufigen Park. Er kam öfter hierher, um nachzudenken. So blickte er gen Himmel und fing an über Gott und die Welt zu philosophieren. So drehten sich seine Gedanken um die Vollkommenheit der Natur und wie perfekt doch alles sei. RUMS. Er stieß gegen etwas. Es riss ihn förmlich aus seinem Denken. Ein leiser hoher Ton signalisierte ihm, dass er wohl ein weibliches Wesen über den Haufen gerannt haben musste. „Tut mir unheimlich Leid“, stammelte er gerade noch so hervor. Entgegen kam ihn nur ein breites Grinsen. „Ist was?“ wurde ihm von diesem kecken Etwas entgegen geworfen. „Ist ein extrem schlechter Anmachversuch, falls du etwas derartiges bei mir bezwecken wolltest.“ – „Nunja eigentlich war ich ja mit Nachdenken beschäftigt, obwohl, wenn ich mir es recht überlege, ich bin immer noch damit beschäftigt.“ – „Muss ja was ganz Wichtiges sein, wenn du einfach so ein Mädchen, wie mich über den Haufen rennst.“ – „Naja, darüber denke ich gerade nach“ und konnte sich ein Grinsen ebenfalls nicht verkneifen. „Kann ich mich vielleicht bei dir irgendwie revanchieren?“ kam es ihm nun doch ganz locker von der Zunge.“ – „Ich habe heute abend noch nichts vor. Vielleicht kannst du an dem nun angestoßenen oder sollte ich besser umgestoßenen Tag doch noch etwas retten“. Ihr Grinsen wurde immer breiter und auch Niko begriff, dass die Situation doch wohl nicht so katastrophal schien, wie es bisher den Anschein hatte. Mhh einerseits war ja die Grillparty am See. Andererseits saß da grad die Chance seines Lebens. Wieso dann nicht beides miteinander verknüpfen. „Heute Abend um sieben am See?“ – „Wohl durch und durch der Romantiker, was?“ Er half ihr noch beim Aufstehen. Sie folgte seiner Einladung. Sie drehte sich um und war schon förmlich im Begriff zu gehen. Da legte sie noch einmal den Kopf zurück und flüsterte ihm zu: „Ich heiße im Übrigen Sophia“. Mit breitem Grinsen ging sie davon. Und auch Niko hatte noch einiges zu erledigen.

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