Sommersonne – Kapitel 14 – Frühstück zu zweit

Durch die Rollläden drangen die ersten Sonnenstrahlen des Tages und kitzelten Flo an der Nasenspitze. Ganz langsam nur öffnete er seine Augen und musste sich erstmal orientieren. Nein, seine Couch war das nicht. Dann blickte er neben sich und fand Anne friedlich schlafend. Ein Lächeln umspielte ihre traumhaft roten Lippen. „Na das ist doch mal meine Gelegenheit“, dachte er sich und stieg vorsichtig aus dem Bett. Noch etwas müde, schlürfte er zielgenau in Richtung Küche. „Mensch, hier ist aber auch Alles anders als bei mir.“ Dennoch wollte er ein tolles Frühstück zaubern, denn Anne galt ab sofort sein Herz. Und so zog der Cowboy Richtung Sonnenaufgang um den Bullen zu erlegen, ach Quatsch: Viel mehr zog er los, um ein anständiges Frühstück zu besorgen. Zuerst ging es zum Bäcker. „Kaffeeblick“ ließ ein geschwungener brauner Schriftzug auf einem noch gelblichen Hintergrund verlauten. Auf einem Aufsteller stand geschrieben: „Die besten Brötchen & Baguettes der ganzen Stadt“. „Na das wollen wir doch mal sehen!“, dachte so Flo. Mit zwei goldbraun gebackenen, noch leicht warmen Baguettestangen verließ er den kleinen Bäckerladen. „Nun noch etwas Kaffee und Aufstrich besorgen.“ In einem kleinen Supermarkt am Straßenrand fand er seinen Lieblingskräuteraufstrich. Beim Verlassen des Ladens stolperte er tollpatschig über einen Flechtkorb. „Auch eine Idee“, dachte sich unser Kavalier und packte gleich die zwei Baguettes und den Aufstrich mit hinein. Da die Kaffeebilligdiscounter ja nun an jeder Ecke zu finden sind, war auch der allmorgendliche Wachmacher schnell organisiert. Und so machte er sich auf den Weg zu Anne, mit seinen Gedanken war er jedenfalls schon da. Zehn Minuten später klopfte er an der Tür. Er klopfte noch ein zweites Mal eh sich die schwere Holztür öffnete. Tränenüberströmt, todtraurig und völlig aufgelöst stand Anne vor ihm. „Was ist mit dir los?“, fragte Flo im Hereinkommen und stellte den „Picknickkorb“ im Wohnungsflur auf den Boden. „Ich dachte, du wärst einfach verschwunden. Ich dachte dir hätte diese Nacht genügt und du wärst fort gegangen.“ – „Von dir kann ich nie genug bekommen“, versicherte Flo, der immer noch leicht geschockt wirkte. Nein, so war er wirklich nicht. Immer war er darauf bedacht gewesen seine Freunde fair zu behandeln. Annes Tränen gingen ihm sehr nahe. „Hey Anne“, warf er ein, „wie wärs mit Frühstück im Bett“. Dem konnte sie natürlich Nichts entgegensetzen. Wieder liefen warme Tränen an ihrer Wange herunter. Doch diesmal lächelte sie, sie wirkte plötzlich wieder entspannter. Nach einem scheinbar endlos langen Frühstück, war es Anne die das Schweigen brach. „Lass uns doch noch Etwas mit dem angebrochen Tag anfangen.“ – „Eine gute Idee“, entgegnete Flo. Und als sie die Wohnung verließen war auch die letzte Träne getrocknet und der letzte Kummer verflogen. Draußen wartete schon ein richtig schöner Sommertag, warme Temperaturen und jede Menge Sonnenschein inclusive.

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