Ein Buch, das Leben heißt (15.06.05)

Ganz verstaubt – fast ungelesen
steht es zwischen vielen Gleichgesinnten.
Scheint fast als berichte es über weit entfernte Wesen,
denn in dem Regal steht es doch ganz hinten.
Bücher, die wichtigsten Zeugen unserer Zeit.

Ganz allein, durch einen dunklen Gang.
Verirrte sich ein kleiner Junge hierher.
Wandelte zwischen zwischen den riesigen Bergen entlang,
irrte mal hier mal dort, streifte wieder kreuz und quer.
Immer auf der Suche nach dem einen Buch.

Dann erblickte er doch, durch viele Bruchstücke
von Meisterwerken hindurch, ein Schriftstück von ganz anderer Natur.
Entnommen aus dem Meer von Buchstaben – zurück blieb eine Lücke.
So schlug er auf, was einst geschrieben von Menschenhand nur.
Und begann zu lesen.

Auf schwere Seiten steht geschrieben,
vom Leben, dass nicht einfach ist geblieben.
Erzählt wird hier kein Märchen oder einfache Geschicht.
Dies rückt das Verfasste nur in ein verfälschlichtes Licht.
Denn das Leben schreibt die wahren Geschichten.

In einer Zeit des Elends und der Grausamkeit.
Hielt man zusammen, wie in trauter Zweisamkeit.
Bestritt den schweren Weg in traurigster Zeit gemeinsam,
So fühlte man doch in freier Zeit sehr einsam.
Auch die traurigen Kapitel lassen auf Besserung hoffen.

So stand man durch, den schweren Augenblick.
Heute blickt man gerne in die alte Zeit zurück.
Gedenkt und erinnert – was ist geblieben?
Sind wir an der Zahl wirklich noch Sieben?
Die Zeit und ihr Spiel mit unseren Gedanken.

Feste feiern und Freude versprühen.
Zeigen, wer man ist und innerlich aufblühen.
Man reift den innerlichen und ein wenig auch
den äußerlichen Weg – das Gefühl, das schenkte uns der Bauch.
So genießet man die schöne Zeit, die einem bleibt.

Voller Spannung und vom Inhalt überrollt,
ließt unser Jüngling immer noch – ungewollt.
Tauchte ab in doch allzu private Sphären,
so etwas zu lesen – wohl eine der größten Ehren.
Voller Ehrfurcht nun, das Buch klappt zu.
Und nur der Staub vom Rücken bleibt zurück.

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