Kindertränen (11.05.05)

Unverstanden sitzt sie allein hier im dunklen Garten.
Grübelt über die Welt und denkt sich „Was für ein Leben“.
Alle sagen, sie hat das ganze Leben noch vor sich – sie soll warten.
Gibt es doch mehr als nur einen Blick nach rechts und links anzustreben.
Verloren in ihrer eigenen Welt, mit traurig trüben Blick.

Der Tag ist düster, alle beisammen in einem engen Zimmer.
Ein leiser, sogar fast stummer Schrei dringt aus der Ecke.
Der Vater erhebt sich und gebietet: „Schluss mit dem Gewimmer“.
Doch nicht allein das Wort gab den Ton.
So blickt das Kind schweren Kopfes an die Decke.

Auf einer Straße sprach er zu ihr mit lieben, netten Worten.
Zog sie sanft in sein Auto und fuhr mit ihr in sein Reich.
öffnete ihr mehrere tausend Pforten.
Sie wurde aber trotz aller Versuche nicht weich.
Sie zog sich zusammen und es überkam sie eine fröstelnde Kälte.

Ein vertuschtes Elend meist auch im privaten Bereich,
wird selten erkannt und viel zu oft verschwiegen.
Die Täter sehen es als Befriedigung oder gar einen Streich.
Verstecken ihre Straftat hinter all den verbotenen Intrigen.
Doch selbst die öffentlichen Verbrechen werden viel zu oft einfach hingenommen.

Anfangs nur kostümierte Menschen, mit einer Waffe in der Hand.
Nun schon rollen Kettenfahrzeuge durch unsere Vorgärten.
Zerstören Kästen – früher noch gefüllt mit Sand.
Er war auch noch klein – zu schwer als sie ihm das erklärten.
Seine Traurigkeit drückte er fest in seinen Teddy hinein.

Kinder, die weinen und sich nicht wehren.
Ältere zerstören hier Leben – ganz ohne die alten Ehren.
Solange diese dicken schweren Tränen fließen
und Menschen weiterhin ihr Blut vergießen,
solange wird auch diese Welt in einem Meer aus Tränen leben.
Solange bis sich diese grausamen Menschen endlich ergeben.

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