Nur noch eine Ruine (24.04.05)

Die alten Mauern weinen vor sich hin.
Die Zeit nahm dem Häuschen jeden Zweck und jeglichen Sinn.
Nun steht da eine Ruine wo einst noch Menschen wohnten.
Sie von ihrer Arbeit entspannten und sich mit Freizeit belohnten.

Ich bin nun ein alter Mann.
Bestaune dieses Gemäuer – schau es mir voll Erfurcht an.
Die schöne Zeit die wir hier verbrachten.
In der wir so viel Mist miteinander machten.

Du hingst das Bild falsch herum am Nagel auf.
Ich lief im Kreuzfüßlergang die Treppen rückwärts rauf.
Wir empfingen auch manch ganz unrühmliche Gast.
Erledigten unsere Aufgaben mal ganz ohne Hast.

Genau so bekamen diese Mauern das Leben.
Heute sind da nur noch Wände und diese Spinnweben.
Trostlos und verlassen liegt der Hof hier da.
Nicht nur mit einer Träne ich in die Vergangenheit sah.

Zu einer Zeit der Grausamkeit und des Elends wurden wir von diesem Ort getrennt.
Nur schade, dass außer uns niemand mehr dieses schöne Fleckchen Erde hier noch kennt.
Die Kinder spielen vor meinen Augen noch im Sand.
So gingen wir damals, zusammen Hand in Hand.

Nach einer Zeit des Leidens bekam uns das Leben in der Stadt.
Jedoch wurde weder ich noch du so richtig satt.
Man lebte, aber seit fortan nicht mehr in einer Welt.
Versteifte sich zunehmend auf den Erfolg und das Geld.

Du verstarbst und ich trauerte Nacht um Nacht.
Kann es nicht mehr verstehen, wenn ein Mensch noch lacht.
Zum Gedenken und zu der Erinnerung kam ich zurück an diesen Ort.
Nun treibt mich von hier gar nichts mehr fort.

Mein neues altes Leben begann, wenn auch nur allein.
Nun fühl ich mich dafür endlich wieder wie daheim.

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