Blickwinkel (03.07.06)

In strahlendem Glanz, doch in weiter Ferne
ein Funkeln, fast so wie die Sterne.
Doch das Objekt bleibt noch weit zurück.
Es ist ein ewig langer Blick.

Im Vordergrund fliegen Momente des Lebens an mir vorbei.
Doch am Horizont noch Alles beim Alten – es bleibt dabei.
Voll Eleganz und Anmut, doch nur ein kleines Stück
es scheint doch fast wie ein Trick.

In meiner Nähe die schöne Blume verschwindet,
Wo die Ferne nur noch Gelassenheit verkündet.
Was eigentlich unerreichbar scheint, währt letztlich länger in meinem Blick.
Und beschert mir einige Augenblicke länger Glück.

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Der Vorbote der Nacht (08.06.06)

Die Vögel stellen ihren friedlichen Gesang ein.
Eisiger Wind streift scharf mein Gesicht.
Kleine grüne Frösche verschwinden mit einem merkwürdigen Geräusch in ihrem Tümpel.
Verängstigte Frauen schieben hastig ihre Kinderwagen weiter.
Herrlich duftende Blumen verschließen ihre Blütenpracht.
Die grünen Blätter in den obersten Baumwipfeln hören auf zu rascheln.
Vereinzelte Sandkörner rollen sich zu den Begrenzungssteinen des Weges und suchen Schutz.
Dann steht er auch vor mir und bedeckt mich mit seinem großen schwarzen Mantel.

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Bei Ihr Sein (01.06.06)

Sie lenkt jede meiner Bewegungen.
Jedes Lächeln, jeder Atemzug eine Folge ihres Handelns.
Sanft umfasst sie mein Hemd und zieht mich näher.
Mit einem liebevollen Kuss verrät sie ihre Zuneigung.
Nach dem Herumtollen auf einer großen Sommerwiese
liegen wir im Gras dicht beieinander.
Ich spüre ihre Nähe, ihre Wärme.
Es ist schön, einfach bei ihr zu sein.

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Der Tropfen (16.05.06)

Für einen winzigen Augenblick zu hören.
Nur einen Bruchteil zu sehen.
Kaum Einen wird er stören.
Es muss einfach geschehen.

Aus riesig anmutenden Gebilden
löste herraus sich ein winziger Teil,
entfloh den mächtigen Gefilden.
Und sauste herab, fast wie ein Pfeil.

Dem Boden nah er kurz verweilt
einen kleinen Atemzug.
Ehe in viele Stücke er zerteilt
dem Boden seinen Willen übertrug.

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Der Kuss (23.04.06)

An einem Ort, wo Gefühle aus grüner Erde entstehen,
erblicke ich ein freundlich schauendes Mädchen.
Ihre Wimpern werfen Schatten auf ihre rosa Wangen.
Das orange Rot der Sonne umspielt ihre zarte Haut.
Jeder Augenschlag wirkt wohl überlegt.
Von den tanzenden Schatten auf ihrem Gesicht ermutigt
greife ich nach ihren vollen, schönen Fingern.
Ganz langsame schließt sich meine Hand um die ihre.
Ein Gefühl von mich umspielenden Rosenblättern umgibt meinen Körper.
Ich beginne zu Lächeln und fühle mich geborgen.
Mit einem weiter Schritt stehe ich nun genau vor ihr.
Leicht spielt der Wind mit einzelnen glatten Haaren
und kitzelt damit meine Nasenspitze.
Anmutig schließt sie ihre Augen.
Sanft fährt mein Zeigefinger über ihre süßen rötlichen Lippen.
Ein warmes Gefühl durchströmt jede einzelne Ader in mir.
Sie öffnet ihre Augen und blickt mich entschlossen an.
Langsam treffen sich unsere Lippen in einem gefühlsdurchströmten Kuss.

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Eine neue Welt (09.04.06)

Wortlos schweigend, trauernd blicklos,
abgewendet jedem Glück.
Schritt in eine andere Welt
und kein Blick fiel noch zurück.

Sein Herz kam näher wonach es sehnte,
drang hinfort aus leblosen Sphären
und fand den Ort wonach es suchte.
Möge das Glück auf ewig währen.

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Lebenszug (09.04.06)

Langsam ruckend fährt er an
mein Zug – ähnlich einer Eisenbahn
Verlässt den Bahnhof alter Erinnerungen,
die einst vertrauten Gesichtern wurden entnommen.

Nebenan, immernoch des selben Abteils
durchbohrt mich mit dem Blick
ein vertrautes liebes Gesicht,
erkennt nur meine Absicht nicht.

Erfreuend an den fragenden Augenblicken
ließ ich mir ein Lächeln entlocken.
Bekam entgegnet von dem sanften Gemüt
das Zwinkern ihres Augenlids.

Man setzte fort die so wundervolle Reise.
Verblieb dennoch stumm, ruhig und leise.
Wollte man sich an die vertraute Schulter lehnen
und sich nach gemeinsamer körperlicher Wärme sehnen.

Der Clou war nun, der Zug hielt nie.
Zwei, die sich liebten, nicht fragend wie,
nutzten stets ihre Möglichkeiten
und halfen einander in schwierigsten Zeiten.

So wie sie dort saßen, wird niemand sie trennen
und wohl auch nie ihre innere Ruhe erkennen.

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Sternenschimmer (19.03.06)

Stand er einst am Rande einer Schlucht,
ganz tief in mitten einer finsteren Nacht.
Vom Augenwinkel rann nur eine Träne.
Wann hat er wohl das letzte Mal gelacht.

Ein Schweif, hinten am Horizont
brachte ihn hinfort vom düsteren Abgrund.
Welch ein faszinierend kleines Licht
zauberte Lächeln zurück auf seinen Mund.

So lebte er weiter, einen doch steinigen Weg,
blickte in viele Seen mit seinem Gesicht.
Und wann immer dieser Anblick ihm die Freude nahm
dachte er zurück an dieses seltsam anmutende Licht.

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An Dich Gedacht (19.01.06)

Stunden sitz ich vor einem leeren Blatt Papier
und blicke hindurch, sehe dich nicht.
Mich fröstelts, grad als ob ich frier.
Im Kopf – noch immer dein Gesicht.

Ich träum von dir und das nicht nur in einer Nacht.
Kaum vergeht eine Stunde, ohne ein Gedanke an dich.
Immer denk ich dran „Was sie wohl gerade macht“.
Der Traum mit dir – ich freue mich.

Ein Traum gemalt vom Pinsel meines Lebens.

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Schiffbruch (04.01.06)

Ein Kind das war den Göttern gleich,
mit weißen Flügeln zu den Ohren.
Es blickte in ein fremdes Reich,
Hoch oben noch, von seinen Toren.

Er sah ein Knäblein stranden
mit seinem kleinen Kahn.
Er sah es etwas härter landen,
so ihm fehlte nur ein Zahn.

Der Aufprall hart, die Landung schwer
der Rumpf war nun gebrochen.
Sein Vorratslager schwamm im Meer.
Was hat er denn verbrochen?

Sein Schmuck fiel eben in die Tiefe,
dann sank er auf den Grund.
Verloren auch die schönen Briefe
in dieser schweren Stund‘.

Die Kleider wurden nass und schwer
und zogen ihn zu Boden.
Doch dieses Knäblein wollte mehr.
Gefragt waren des Kindes Methoden.

Gestützt auf warmen Sonnenstrahlen
warf er ab die Kleider.
Zu spät kam er aus den Sandalen
Es war zu Ende – leider.

Der Engel flog zur Erde hinab.
Und küsste sanft den Knaben.
Schaute nun auf tränende Augen,
unter ihm, in einem Graben.

Später stand ein Knab am leeren Strand
Ein Amulett um seinen Hals,
Eine kleine Uhr in seiner Hand.
Weggeben würde er sie niemals.

Mit feuchtem Blick aufs Meer
fuhr er sich durchs Gesicht.
Sein Blick nun nicht mehr leer,
nur den Engel sah er nicht.

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